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Nein, ein Balkonkraftwerk mit 4.000 Watt Modulleistung ist nicht erlaubt, auch nicht mit Speicher. Für Steckersolargeräte gelten höchstens 2.000 Wp Module und 800 VA Wechselrichterleistung (§ 8 Abs. 5a EEG). Eine Anlage mit 4.000 Wp ist eine normale Photovoltaikanlage: mit Anmeldung beim Netzbetreiber und Installation durch einen Fachbetrieb. Dass manche Shops „4000-Watt-Balkonkraftwerke“ anbieten, ändert daran nichts.
Ist ein Balkonkraftwerk mit 4000 Watt erlaubt?
Das Gesetz definiert, was ein Steckersolargerät ist, und knüpft daran die vereinfachten Regeln: keine Meldung beim Netzbetreiber, nur ein kurzer Eintrag im Marktstammdatenregister, Betrieb über eine Steckdose. Die Bedingungen laut Bundesnetzagentur:
- installierte Modulleistung insgesamt höchstens 2 kW (2.000 Wp),
- Wechselrichterleistung insgesamt höchstens 800 VA, gemessen am höchsten einstellbaren Wert,
- Betrieb hinter dem Zähler eines Haushalts, ohne Einspeisevergütung.
Ein Speicher ändert an der Modulgrenze nichts. Die 2.000 Wp beziehen sich auf die Module, nicht darauf, wie viel ins Netz fließt. Ob die zusätzlichen 2.000 Wp in den Akku gehen oder gar nicht genutzt werden, spielt für die Grenze keine Rolle.
Warum gibt es dann „4000-Watt-Sets“?
Weil die Speicher technisch viel mehr aufnehmen können, als das Gesetz für Steckersolargeräte zulässt. Laut Datenblatt:
| Speicher | maximaler Solareingang |
|---|---|
| Anker SOLIX Solarbank 4 Pro | 5.000 W |
| Solakon ONE | 2.600 W über den PV-Eingang |
| Anker SOLIX Solarbank 3 Pro | 3.600 W |
| Zendure SolarFlow 800 Pro 2 | 2.640 W |
Händler kombinieren solche Speicher mit vier, sechs oder acht Modulen. Technisch funktioniert das. Als Steckersolargerät betreiben dürfen Sie davon aber nur 2.000 Wp. Wer mehr anschließt, betreibt rechtlich eine normale PV-Anlage und muss sie auch so behandeln.
Ähnlich ist es bei der Ausgangsleistung. Die Solarbank 4 Pro lässt sich bis 2.500 W einstellen, laut Anker aber nur mit Installation durch eine Elektrofachkraft und Anmeldung beim Netzbetreiber. Das ist dann ebenfalls kein Steckersolargerät mehr.
Was passiert, wenn ich mehr als 2000 Wp anschließe?
Die Anlage fällt aus den vereinfachten Regeln heraus. Sie müssten sie wie jede andere Photovoltaikanlage beim Netzbetreiber anmelden, und eine Elektrofachkraft muss sie anschließen. Im Gegenzug können Sie dann auch eine Einspeisevergütung bekommen, die es für Steckersolargeräte nach den vereinfachten Regeln nicht gibt (VDE FNN).
Wer einfach mehr Module an ein Balkonkraftwerk steckt und das nicht meldet, betreibt eine Anlage, die weder angemeldet noch fachgerecht angeschlossen ist. Davon raten wir klar ab.
Was bringt ein 4000-Watt-Balkonkraftwerk?
Weniger, als die Zahl verspricht. 4.000 Wp in Köln nach Süden mit 35° liefern laut PVGIS 4.153 kWh im Jahr. Ins Hausnetz dürfen aber nur 800 W gleichzeitig. Unsere Auswertung der PVGIS-Stundenwerte zeigt, wie viel darüber anfällt:
| Module, Köln, Süd, 35° | Ertrag pro Jahr | davon oberhalb von 800 W |
|---|---|---|
| 1.000 Wp | 1.060 kWh | 1 kWh |
| 2.000 Wp | 2.120 kWh | 435 kWh |
| 4.000 Wp | 4.241 kWh | 2.076 kWh |
Quelle: eigene Auswertung der PVGIS-Stundenwerte für 4.000 Wp, 14 % Systemverluste, Mittel 2019 bis 2023.
Bei 4.000 Wp fällt also fast die Hälfte des Stroms oberhalb der 800 W an. Ohne Speicher wäre er weg. Mit Speicher ließe sich ein Teil davon auffangen, aber nicht alles: Selbst wenn ein 5-kWh-Speicher an jedem einzelnen Tag des Jahres voll würde, wären das rund 1.830 kWh. Im Winter wird er nicht einmal mit 2.000 Wp regelmäßig voll, wie unsere Rechnung zum 5-kWh-Speicher zeigt.
Dazu kommt der Verbrauch. Ein Haushalt muss den Strom auch nutzen können. Wer abends nicht viel mehr als 5 kWh braucht, hat von 4.000 Wp an einem 800-W-Ausgang kaum mehr als von 2.000 Wp.
Was ist die Alternative zu 4000 Watt?
Wir sehen zwei vernünftige Wege.
Erstens: 2.000 Wp mit Speicher, gut ausgerichtet. Das ist das Maximum, das als Steckersolargerät erlaubt ist. Mit einem Speicher von 2,7 bis 3,8 kWh fangen Sie den größten Teil der Mittagsspitze auf. Wer zwei Seiten hat, kann die Module nach Ost und West aufteilen; dann fällt bei 2.000 Wp in Köln nur 95 kWh oberhalb von 800 W an, statt 435 kWh nach Süden. Mehr dazu unter Balkonkraftwerk 2000 Watt.
2.000 Wp mit 3,84 kWh
EcoFlow
EcoFlow STREAM Ultra X Basic-Kit 2000 Wp
1.259 € · geprüft 6. November 2026
- Modulleistung (Wp)
- 2.000
- Wechselrichter (W)
- 800
- Speicher (kWh)
- 3,84
- Erweiterbar bis (kWh)
- 23
- Ladezyklen
- 6.000
- Garantie (Jahre)
- 10
- Bundle aus STREAM Ultra X (3,84 kWh) und Solarmodulen mit 2000 Wp.
- Netzgekoppelter AC-Ausgang 800 W, 4 MPPT mit 2000 W PV-Eingang.
- Regulärer Preis laut Shop 2.297 €.
Das Basic-Kit kostet 1.259 € (Stand: 06.11.2026, regulär 2.297 €). Günstiger ist das Solakon onPower 2000 mit 2,11 kWh für 849,99 € (Stand: 06.11.2026), für das wir kein Partnerprogramm haben. Beide Sets brauchen wegen der Modulleistung über 960 W eine Einspeisesteckdose, die eine Elektrofachkraft installiert (DKE-FAQ). Alle Sets im Überblick: Balkonkraftwerk mit Speicher.
Zweitens: eine kleine PV-Anlage vom Fachbetrieb. Wenn Sie wirklich Platz für 4.000 Wp haben, etwa auf einem Garagen- oder Flachdach, kann eine richtig angemeldete Anlage die bessere Lösung sein. Sie ist nicht auf 800 W Ausgang begrenzt und kann eine Einspeisevergütung bekommen. Die Umsatzsteuer liegt auch dafür bei 0 %, solange die Anlage auf oder bei einem Wohngebäude steht und höchstens 30 kWp hat (§ 12 Abs. 3 UStG). Was so eine Anlage kostet, hängt vom Angebot ab; Preise dafür führen wir nicht.
Häufige Fragen
Darf ich zwei Balkonkraftwerke mit je 2.000 Wp betreiben?
Nein. Die Grenzen von 2.000 Wp und 800 VA gelten für alle Steckersolargeräte hinter einem Zähler zusammen (§ 8 Abs. 5a EEG).
Gilt die Grenze auch, wenn die Module nur den Speicher laden?
Ja. Die 2.000 Wp beziehen sich auf die installierte Modulleistung, egal wohin der Strom fließt.